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Bei Osteoporose braucht jeder eine maßgeschneiderte Therapie

Jeder Mensch ist anders. Dieser Satz gilt nicht nur für seinen Charakter, sondern auch für seinen Körper. Dieselbe Krankheit – in diesem Fall Osteoporose - kann bei verschiedenen Menschen sehr unterschiedlich verlaufen. Auch ihre Reaktion auf bestimmte Medikamente kann vollkommen unterschiedlich ausfallen.

So gibt es bei Osteoporose nicht eine für alle gültige Behandlung, sondern die Therapie muss individuell erfolgen. Maßgeschneidert sein. Nur dann ist sie auch langfristig erfolgreich, bringt die gewünschte Gesundheit und Lebensfreude zurück.

Eine Knochendichtemessung (DXA-Messung) kann nicht nur für ältere Menschen wichtig sein. Sie empfiehlt sich bei bestimmten Vorerkrankungen bereits für Frauen ab der Menopause und Männer ab 60 Jahren. Vor allem wenn verschiedene Risikofaktoren wie eine erhöhte Sturzneigung, Untergewicht oder Herzinsuffizienz vorliegen. Bei sehr niedrigen DXA-Werten (unter -4,0) kann sogar schon für eine 50-jährige Frau eine medikamentöse Therapie notwendig werden. Umgekehrt kann bei einem 85-jährigen Mann mit guter Knochendichte (-2,0 bis -2,5) eine Therapie überflüssig sein.

Es gibt inzwischen viele gute Medikamente. Wer bekommt was? Um das festzulegen, ist ein individueller Blick auf den gesamten Patienten notwendig. Bei der Entscheidung fließen die Ergebnisse der Knochendichtemessung ein, das Alter, das Geschlecht, die Vorgeschichte, Begleiterkrankungen und natürlich auch Wünsche des Patienten.

Begleiterkrankungen und eventuelle Risikofaktoren haben heute - entsprechend der aktuellen Osteoporose-Leitlinien des Dachverbandes Osteologie (DVO) – eine so große Bedeutung, dass sie die ermittelten Knochendichtewerte sogar „verschieben“. So wird die Therapiegrenze um +1 angehoben, wenn der Patient unter Diabetes Typ 1 leidet, gleichzeitig Kortison einnimmt oder drei und mehr Frakturen in den vergangenen zehn Jahren hatte. Um 0,5 steigt der Wert, wenn der Patient unter einer Schilddrüsenerkrankung (Hyperthyreose) leidet oder dauerhaft Säureblocker wegen Magenproblemen einnimmt.

Mittlerweile gibt es nicht mehr nur die klassische Tablette, sondern auch Depotspritzen, die ein halbes oder ein ganzes Jahr vorsorgen. In Deutschland für die Osteoporose-Therapie zugelassen sind vor allem: Alendronat, Denosumab, Ibandronat, Risedronat, Teriparatid und Zoledronat.

Oft brauchen die Mittel nicht dauerhaft genommen zu werden. Jährlich sollte die Knochendichte überprüft werden. Ist der Wert stets gut, kann nach drei bis fünf Jahren gegebenenfalls eine Therapiepause erfolgen.

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