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Gewicht und Wechseljahre

Immer wieder kommen Frauen in meine Praxis und berichten, dass sie nichts anders machen als früher – also genauso viel essen und Sport treiben – und dennoch jetzt in den Wechseljahren mehr wiegen.

Eine neue Studie, die gerade im renommierten „New England Journal of Medicine“ beschrieben worden ist, hat eine sehr gute Erklärung dafür gefunden. Zum besseren Verständnis der Studienergebnisse möchte ich Ihnen kurz in Erinnerung rufen, was genau im Körper während der Wechseljahre passiert: Die Funktion der Eierstöcke lässt langsam nach. Die Eierstöcke produzieren immer weniger Östrogene und Gestagene. Auf den sinkenden Östrogenspiegel reagiert der Körper indem er in stärkerem Maße das sogenannte Folikel-stimulierende Hormon (FSH) produziert. Dies stammt aus der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse)

Dieses Folikel-stimulierende Hormon (FSH) spielt nun die entscheidende Rolle in der neuen Studie. Die US-amerikanischen Wissenschaftler konnten nachweisen, dass es einen Zusammenhang zwischen dem FSH und Fettzellen im Körper gibt: Steigt der FSH-Spiegel, bilden sich mehr Fettzellen. Senkt man den FSH-Spiegel, wird auch die Fetteinlagerung aufgehoben.

Die Wissenschaftler haben ihre Studie am Tiermodell durchgeführt. Erst erhöhten sie den FSH-Spiegel der Mäuse. Ergebnis: Die Mäuse nahmen an Gewicht zu. Anschließend spritzten sie einen Antikörper, um den FSH-Spiegel zu senken. Ergebnis: Die Mäuse wurden wieder dünner.

Inwiefern sich die Ergebnisse auf den Menschen übertragen lassen, ist jetzt Gegenstand weiterer Forschungen.

Übrigens: Das FSH ist nicht allein „schuld“ an der häufig zu beobachtenden Gewichtszunahme in den Wechseljahren. Denn mit zunehmendem Alter sinkt der Energieverbrauch beziehungsweise Grundumsatz des Körpers. Das liegt daran, dass der Grundumsatz ab Mitte 20 jedes Jahr kontinuierlich sinkt. Und damit auch der Energieverbrauch. Mit 50 benötigt eine Frau (und auch ein Mann) also deutlich weniger Kalorien.

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