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    Prof. Dr. med. Sven Schinner • 53113 Bonn • Bonner Talweg 61

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In der Schwangerschaft am besten auch die Schilddrüse überprüfen lassen

Die meisten Babys kommen gesund zur Welt. Dennoch ist es wichtig, während der Schwangerschaft die Vorsorgemöglichkeiten zu nutzen. Leider wird die Schilddrüse oft übersehen.
Dabei kann eine kranke Schilddrüse das Kind während der Schwangerschaft durchaus gefährden. Mögliche Risiken sind eine zu frühe Geburt oder ein niedriges Geburtsgewicht. Im schlimmsten Fall droht sogar eine Fehlgeburt.
In verschiedenen Studien zeigte sich eine manifeste Schilddrüsenstörung bei etwa 0,4 Prozent der Schwangeren, sodass allein in Deutschland rund 3.500 Babys pro Jahr durch eine mütterliche Schilddrüsenfunktionsstörung gefährdet sind.
In jeder Schwangerschaft kommt es durch erhöhte Stoffwechselvorgänge zu einem um bis zu 50 Prozent gesteigerten Bedarf an Schilddrüsenhormonen. Denn die Schilddrüse muss sowohl die Mutter als auch das ungeborene Kind versorgen.
Besonders aufpassen sollten Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft Probleme mit der Schilddrüse hatten. Jetzt während der Schwangerschaft ist es wichtiger denn je, dass die Schilddrüsenwerte optimal eingestellt sind.
Problematisch ist die Situation vor allem dann, wenn eine Schwangere eine Schilddrüsenunterfunktion hat und davon gar nichts weiß. So etwas kommt leider immer wieder vor. Das liegt daran, dass die Symptome bei einer Unterfunktion der Schilddrüse oft sehr unspezifisch sind. Die Betroffenen klagen zwar über Müdigkeit und Antriebsarmut, gehen aber allein deswegen häufig nicht zum Arzt.
Ich empfehle jeder Schwangeren ein Screening der Schilddrüsenwerte – am besten sogar sobald ein Schwangerschaftswunsch besteht, ansonsten bei der gynäkologischen Feststellung der Schwangerschaft. Das Screening sollte mindestens die Bestimmung des TSH-Wertes umfassen. Die Abkürzung TSH steht für Thyreoidea-stimulierendes Hormon. Dieses Hormon wird in der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) gebildet und ins Blut abgegeben. Über den Blutkreislauf gelangt es zur Schilddrüse, wo es die Produktion der Schilddrüsenhormone steigert. Der TSH-Wert spiegelt also die Funktion der Schilddrüse wieder.
Sind die Schilddrüsenhormone zu niedrig, kann dies mit speziellen Tabletten behandelt werden. Kaum eine Krankheit lässt sich so gut und einfach therapieren!
Noch ein Rat: Der Körper braucht Jod, um Schilddrüsenhormone herzustellen. Der normale Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt bei rund 200 Mikrogramm (µg) Jod. Während der Schwangerschaft brauchen Frauen 230 bis 260 µg Jod täglich. Da Jod in den Meeren enthalten ist, haben Nahrungsmittel, die aus dem Meer kommen, besonders viel Jod. Dazu gehören Seefische wie Schellfisch, Seelachs, Scholle und Kabeljau. Durch Konservierung und Kochen kann der Jodgehalt deutlich abnehmen. Schonende Zubereitungsmethoden sind zu empfehlen. Auch Milch und Milchprodukte sind etwas jodreicher als andere Nahrungsmittel.
Es sollte aber jede Schwangere -außer, wenn es spezielle Gründe dagegen gibt – zusätzlich Jodtabletten einnehmen, da auch der Jodbedarf in der Schwangerschaft steigt.
Allein mit gesunder ausgewogener Ernährung bekommt man eine Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft nicht in den Griff! Umso wichtiger ist ein kurzes Screening der Schilddrüse. Das gibt Ihnen Sicherheit!

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